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Naturweine, besondere Gaumenfreude oder nur verrückter Trend?

Wein ist ein Naturprodukt. Was steckt also dahinter, bestimmte Weine explizit als Naturweine zu bezeichnen? Und wie schmeckt er eigentlich?

 

Naturweine sind nicht jedem ein Begriff. Wer eine Flasche probieren möchte, muss dafür meist zum nächsten Wein-oder Biohändler gehen. Denn in Supermärkten ist der Tropfen bisher selten zu finden.

Streng weinrechtlich betrachtet hat die Bezeichnung Naturwein aber keine Bedeutung. Stattdessen etablierte sich der sogenannte Naturwein, weil er so gut wie unbehandelt hergestellt wird. Eine genaue Definition gibt es allerdings nicht. Und doch unterscheidet sich der Naturwein vom klassischen Wein wie wir ihn kennen.

Im Prinzip sind das Weine, die ohne Zusätze und ohne aufwändige oenologische Verfahren produziert werden. Beim Prozess wird ihnen nichts entnommen und nichts hinzugefügt. Keine Zuchthefen, kein Zucker, keine Gelatine, kein Eiweiß oder Holzspäne.

Im Grunde ist ein Naturwein also von Natur aus vegan. Die Flüssigkeit wird nicht gefiltert und fast nie geschwefelt. Tatsächlich ist es in der EU erlaubt, jedem Wein dutzende Zusatzstoffe hinzuzufügen, ohne sie am Etikett zu deklarieren.

Beim Naturwein geht das nicht. Er ist deswegen aber nicht automatisch gesünder als normaler Wein. Weil er nicht gefiltert wird, bleiben Verunreinigungen wie Mikroben oder Proteine im Wein.

Foto (c) Klara Kulikova on Unsplash

 

Nicht der Wein, den wir kennen

Schon auf den ersten Blick kann man einen Naturwein vom klassischen Wein unterscheiden. Er ist trüb und riecht ganz leicht nach Hefe. Die Geschmacksvielfalt reicht von Essig über Sauerkraut bis hin zu Kombucha. Die Aromen sind überraschend, manchmal gewöhnungsbedürftig.

Winzer Christoph Strehl stellt selbst Naturwein her und bestätigt, dass man damit den Mainstream-Geschmack von Wein, den wir kennen, auf jeden Fall verlässt. Das heißt aber nicht, dass Naturwein die Ausrede für schlechte Qualität sein soll.

Naturweine kommen fast ausschließlich von kleinen, biozertifizierten Winzern und sind nachhaltig hergestellt. Die alkoholische Gärung läuft eher spontan mit natürlicher Hefe an. Das setzt vielschichtigere Aromen frei, als würde man Reinzuchthefe beimischen.

Das schauten sich einige andere Winzer ab und verzichten seitdem auch auf künstliche Hefe. Weil man beim Naturwein keinen oder nur ganz wenig Schwefel beimischt, sind Naturweine nicht so lange haltbar.

Foto (c) Sven Wilhelm on Unsplash

 

Wer Naturweine probieren möchte, sollte auf folgende Dinge achten:

•   Anders als klassischer Wein, werden Naturweine mit dem Alter nicht besser. Stattdessen sollte man ihn innerhalb eines Jahres nach dem Kauf trinken, sofern keine Sulfite hinzugegeben wurden.

•   Die Flaschen sollten nicht wärmer als 25 Grad Celsius gelagert werden. Ansonsten kann die natürliche, darin enthaltene Hefe weiter gären und den Geschmack verfälschen.

•   Naturwein sollte man dunkel lagern.

•   Angebrochene Flaschen lagert man besser verschlossen im Kühlschrank, um den Geschmack zu konservieren.

 

Trend oder echte Alternative

Mit Naturwein verlässt man den Mainstream. Wein, den wir kennen, muss immer gleich schmecken. Dabei sind die Erntezeiten jedes Jahr unterschiedlich – je nach Regen oder Trockenheit beginnt die Lese manchmal im August, manchmal erst im Oktober.

Das spiegelt sich auch im Geschmack wider. Mit Naturwein durchbricht man Strukturen und eröffnet Platz für neuen Geschmack. Und der ist nicht unbedingt schlechter. Nur anders. Wer also Naturwein probiert, sollte offen für Neues abseits des Mainstreams sein.

Viele kennen zum Beispiel den Orange-Wine als Naturwein. Das ist allerdings ein Irrglaube. Er bezeichnet lediglich einen Weißwein, der wie Rotwein hergestellt wird. Die Trauben werden mit Schale vergoren, dadurch entsteht die orange Farbe.

Welche Zusatzstoffe enthalten sind oder ob der Anbau biologisch ist, verrät allein die Bezeichnung nicht. Etwas spritziger ist der Pétillant Naturel. Ein Schaumwein, den mancher vielleicht unter dem Namen Pet Nat kennt. Er wird nach der uralten französischen Methode Rurale hergestellt. Der Most, der sich noch im Gärprozess befindet, wird schon in Flaschen abgefüllt und gärt dort weiter.

Je nachdem, wann der Wein abgefüllt wird, schäumt er mehr oder weniger stark. Am beliebtesten sind die aus Chenin Blanc gewonnenen Pet Nats von der Loire. Naturweine gibt es natürlich auch als Rotwein. Diese werden zum Beispiel in Terracottabehältern gelagert.

Holzfässer sind bei Naturweinen übrigens fast immer tabu, weil sie den natürlichen Charakter des Weines verfälschen.

Titelbild (c) Kym Ellis on Unsplash

 

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